Die Papierherstellung auf der Langsiebpapiermaschine beginnt mit einem
offenen Stoffauflauf, der mit einem hochverdünnten Faserstoff-Wasser-
Gemisch beschickt wird. Dieses Gemisch verteilt sich gleichmäßig auf
einem endlos umlaufenden flachen Kunststoffsieb, dass von einer
Reihe von Walzen und Stützleisten getragen wird. Neben der tragenden
Funktion dienen die Walzen und Leisten der Entwässerung des Faserstoff-Wasser-Gemischs.
Im zweiten Drittel der Siebpartie ist die Faserstoffsuspension bereits so stark entwässert und fixiert, dass keine Faserbewegung mehr möglich ist. Eine weitere Entwässerung ist nur noch durch Flachsauger, die ein Vakuum aufbauen, möglich. Zur Egalisierung der Papieroberfläche wird häufig ein umlaufender, mit einem Sieb bespannter Zylinder, der Egoutteur, aufgelegt und leicht angepresst. Hierdurch kann dem Papier z.B. auch eine für Hahnemühle FineArt typische gerippte Struktur verliehen werden.
Nahtlos an die Siebpartie schließt die Pressenpartie an, die auch den Abschluss der Nasspartie an der Papiermaschine bildet. Mit zwei hydraulisch belastbaren Walzenpaaren sowie einer optional einsetzbaren dritten Presse wird weiteres Wasser aus der endlosen Papierbahn gepresst. Endlos umlaufende Filze dienen dem Transport der Papierbahn und der Zwischenspeicherung von Wasser. Die eingesetzten Filzqualitäten, teilweise noch aus Wolle oder Mischqualitäten aus synthetischen Fasern und Wolle, zeichnen sich besonders durch Ihre mannigfaltige Markierfähigkeit aus.
Die verbleibende Restfeuchte des Papiers wird durch 16 dampfbeheizte metallene Trockenzylinder mittels Kontakttrocknung aus dem Papier gezogen. Unterstützt wird dieser Prozess durch das Anpressen der Filze an die Zylinderoberflächen sowie durch das Einblasen von erhitzter Luft über Luftkanäle. Die Trocknung wird durch langsam ansteigende Temperaturen von ca. 70 °C am ersten Zylinder bis zum Ende der Trockenpartie auf etwa 120 ° C sehr schonend vorgenommen. Zur schnellen Entspannung des Papiers wird die Temperatur an den nachfolgenden Kühlzylindern stark herabgesetzt. Außerdem ist der optionalen Durchlauf durch ein Mehrwalzenglättwerks möglich.
Eine Rückbefeuchtungsanlage in Kombination mit einer kontinuierlich laufenden Messeinrichtung ermöglicht die Kontrolle und optimale Einstellung der Papierfeuchte, vor der Aufwicklung.
Die Papiermaschine läuft im Schichtbetrieb fünf Tage in der Woche mit einer Geschwindigkeit bis zu 105 m/min bei einer maximalen Papierbahnbreite von ca. 130 cm.
Den größten Anteil des Produktionsvolumens stellen neutral geleimte Papiere dar, die z.B. zu hochwertigen InkJet Papieren veredelt werden sowie hochwertige Naturpapiere für diverse Mal- und Drucktechniken. Daneben werden Filtrierpapiere für eine Vielzahl von analytischen, medizinischen und qualitativen Anwendungen gefertigt. Eine dritte Sparte stellen Industrierohpapiere dar, die nach Kundenspezifikation entwickelt und gefertigt werden.