Ölmalerei

Ölmalerei zeichnet sich durch leuchtende Farben aus, benötigt allerdings eine lange Trocknungszeit. Seit dem 15. Jahrhundert finden Künstler in den Ölmalfarben ein unübertroffenes Medium für den Ausdruck ihrer Kreativität.

Man unterscheidet verschiedene Techniken: Der Farbauftrag erfolgt entweder lasierend, wobei mehrere durchscheinende Farbschichten übereinander gelegt werden, oder deckend. Die Ölfarbe kann dabei so dick aufgetragen werden, dass reliefartige Effekte entstehen (Impasto).
Beim Malen sollte die Regel "dick über dünn", oder "fett auf mager" beachtet werden. Das bedeutet, die unteren Farbschichten sollten mit schneller verdunstenden Lösungsmitteln versehen oder dünner aufgetragen werden als die oberen Schichten. So entstehen bei der Trocknung keine Risse.
Das fertige Gemälde wird zum Schutz mit einer Luft abschließenden, durchsichtigen Firnis (Lösung von Weichharzen wie Dammar, Mastix oder dergleichen in rektifiziertem Terpentinöl) überzogen.

Ölfarben bestehen aus Farbpigmenten und Bindemitteln. Die Bindemittel der Ölfarben sind Leinöl, Mohnöl, Sonnenblumenöl oder Walnussöl. Da die Pigmente mit Ölen gebunden sind, benötigt man zum Verdünnen der klassischen Ölfarben Lösungsmittel.
Der Trocknungsprozess ist für die Haltbarkeit von Ölbildern sehr wichtig und sollte nicht beeinträchtigt werden, z.B. durch übermäßiges Verdünnen oder die Verwendung von unreinen Lösungsmitteln. Verwenden Sie immer reine Lösungsmittel aus dem Künstlerbedarf, diese hinterlassen keine Reste beim Verdunsten aus dem Farbfilm.

Balsam-Terpentinöl ist das wirkungsvollste Verdünnungsmittel. Es beschleunigt die Trocknung, so dass man schichtweise arbeiten kann. Übermäßiger Gebrauch könnte allerdings die Haftung negativ beeinflussen. Leinöl kann zur Erhöhung von Glanz und zur Verbesserung des Fließverhaltens hinzugefügt werden. Zu viel Leinöl verlangsamt aber die Trocknung enorm.

Für die lasierende Maltechnik werden Haarpinsel (Natur- oder Synthetikhaar) benutzt, für den pastosen Farbauftrag benutzt man Borstenpinsel. Pinsel und Werkzeuge werden mit Terpentin, Terpentinersatz oder Pinselreiniger gesäubert. Die Pinselhaare bleiben länger erhalten, wenn sie anschließend mit Wasser und Seife ausgewaschen werden.

Hahnemühle Papierempfehlung

Ölfarben und die dazugehörigen Malmittel, Verdünner etc. haben eine geringere Oberflächenspannung als wässrige Farbsysteme. Verwendet man ein unbehandeltes Papier als Malgrund, beobachtet man sofort ein Ausziehen von Ölen. Man erhält einen Hof um die Farbe. Wartet man einige Zeit, schlägt sogar die Farbe durch das Papier. Aus diesem Grund sind die Ölmalpapiere Oberflächenversiegelt. Sie werden wie folgt gefertigt: man verwendet ein gut geleimtes, hochweißes Papier mit einer leinenartigen Prägung und beschichtet es mit einer ölfesten, hochtransparenten und farblosen Kunststoffschicht. Dadurch erreicht man, dass der Malgrund uneingeschränkt für Ölfarben geeignet ist.

Neben den am häufigsten verwendeten Leinwänden oder Maltüchern eignet sich der Hahnemühle Öl- und Acrylmalkarton 230 g/m² hervorragend.
Im neuen Öl-/AcrylSelection-Block der Hahnemühle FineArt sind fünf unterschiedliche Qualitäten zu je 2 Blatt enthalten, die die Vielfalt der Oberflächen und Grammaturen im Hahnemühle-Sortiment repräsentieren. Dieser Auswahlblock ist ideal zum individuellen Ausprobieren.